Letzte Woche war es soweit. Nach sieben Tagen unterwegs sein, 3250 gefahrenen Kilometern und dabei 480 Liter verbrauchtem Diesel bin ich in Nhulunbuy angekommen.
Tag 1 | Mareeba -> Leichhardt Lagoon
Am ersten Tag hat die Reise um 6.30 Uhr in Mareeba begonnen. Die Reise führte mich an diesem Tag an die Leichhardt Lagoon wo ich die erste Nacht verbrachte. Die Landschaft war noch sehr abwechslungsreich und die Strassen in gutem Zustand. Geplant war eigentlich bis Croydon zu fahren. Da alles sehr gut und zügig verlief, habe ich mich dazu entschlossen, noch ein paar Kilometer anzuhängen und bin bis an die Leichhardt Lagoon gefahren. Der Campingplatz an der Leichhardt Lagoon war mitten im Busch und sehr einfach. Ausser mir hatte es vor allem Rentner, sogenannte Grey Nomads.
Tag 2 | Leichhardt Lagoon -> Mount Isa
Die zweite Etappe führte mich via Cloncurry nach Mount Isa. In beiden Ortschaften gab es Tankstellen und Lebensmittelgeschäfte. So habe ich mich nochmals mit dem Nötigsten eingedeckt. Auch habe ich die Chance nochmals gepackt und habe mich im MC Donalds «verköstigt» (In Arnhemland gibt es nichts dergleichen).
Tag 3 | Mount Isa -> Barkly Homestead
Von Mount Isa ging es weiter Richtung Barkly Homestead. Die Landschaft wird langsam aber sicher flacher und eintöniger. Es ist aber trotzdem sehr beeindruckend die sich laufend veränderte Landschaft zu beobachten. Die Landschaft findet einfach nicht innerhalb 10 km sondern 100km statt. 🙂 Die Strasse wurde der Gegend entsprechend eintöniger und langweiliger zu fahren. Bis 5 Km vor Barkly Homestead verlief alles sehr gut und ich kam gut voran. Doch dann, plötzlich, schwarzer Rauch und scheinbar reduzierte Leistung. Nach kurzem Halt und Ölkontrolle bin ich dann vorsichtig die verbleibenden 5 km nach Barkly Homestead gefahren. Was nun? Glücklicherweise hatte es in Barkly Homestead Natelempfang. So habe ich mich, nach telefonischem Rat, entschlossen, am nächsten Tag die Reise fort zu setzen und zu schauen, wie sich das Auto verhält. Dabei war gut zu Wissen, ein Satelliten Telefon zur Verfügung zu haben, sollte ich es nicht bis ins 200km entfernte Tennant Creek schaffen. 🙂
Tag 4 | Barkly Homestead -> Elliott
Mit einem etwas mulmigen Gefühl habe ich meine nächste Etappe in Angriff genommen. Geplant war gewesen bis nach Elliott zu fahren. Zwischenziel war jedoch aufgrund der Umstände Tennant Creek. Das Auto hat die Reise nach Tennant Creek gut mitgemacht. Es hat zwischendurch etwas schwarz gequalmt und ich habe mich auf 80km/h beschränkt.
In Tennant Creek angekommen habe ich mich auf die Suche nach einer Autogarage gemacht. Zwei der drei Autogaragen konnten mir einen Termin in einer Woche anbieten. Der dritte Mechaniker hat sich aber meinem Problem angenommen und das Auto kurz angeschaut. Um es kurz zu machen: Der Motor tönt und schaut gut aus und etwas schwarzer Rauch bei einem Dieselauto kann vorkommen. Ich solle 10 km südwärts und wieder zurück fahren, das Auto jedoch nicht mehr schonen, sondern voll beschleunigen und wenn das funktioniert meine Reise fortsetzen. Auch für die Reise nach Nhulunbuy hatte er grundsätzlich keine Bedenken, solange es nicht schlechter wird. Ich habe dann noch meinen Mechaniker in Mareeba angefragt, was er dazu meint. Auch er kam zum gleichen Schluss. 😉 So habe ich die Fahrt Richtung Elliott fortgesetzt. 🙂
Tag 5 | Elliott -> Mataranka
Da ausser schwarzem Rauch zwischendurch, vor allem beim Beschleunigen, das Auto gut zu laufen scheint, habe ich mich entschlossen wie geplant nach Mataranka zu fahren. Eine Option wäre noch gewesen den Umweg nach Katherine zu machen um das Auto nochmals checken zu lassen.
In Mataranka hatte ich aufgrund der kurzen Etappe noch Zeit ein Bad in den Bitter Springs (heisse Quellen) zu nehmen.
Tag 6 | Mataranka -> Mainoru Store
Am sechsten Tag hatte ich eigentlich nur eine kurze Etappe vor mir. Ziel war der 250 km entfernte Mainoru Store, der an der Central Arnhem Road liegt.
Doch bereits nach kurzer Zeit auf der Naturstrasse (600 km bis Nhulunbuy) zeigte sich, dass das Auto (schwer beladen + Anhänger) auf dieser Strasse in diesem Zustand am Limit ist. Das ständige Abbremsen und Anfahren (viele Floodways) setzte zu. Und so ging es nicht mehr so gut vorwärts wie bisher auf dem Highway. Langsam aber sicher machten sich Zweifel breit, ob der Entscheid zu fahren richtig war. 😉
Hauptziel war nun einmal zum Mainoru Store zu kommen und dann weiter zu schauen was ich machen will. Dieses Ziel habe ich dann auch erreicht. Aber einige Male hatte das Auto zu wenig Kraft um den Hügel zu erklimmen und ich musste einen Zwischenstopp einlegen, bevor es weiter ging.
Nach Luftfilter und Schläuchen kontrollieren und Warten (ca. 2h) kam dann einer vorbei, der wie es sich herausstellte, ein Mechaniker von Nhulunbuy ist. Er hat das Auto dann angeschaut, mit dem gleichen Resultat. Der Motor tönt und sieht gut aus, und es könne nicht mehr kaputt gehen als bereits kaputt ist. 😉
Da er selber ein Problem habe (Reservereifen bereits verbraucht und seinen alten Vater im Auto ;-)), wolle er langsam die Nacht durchfahren und schlägt vor, dass wir das ja zusammen machen könnten und so bei Bedarf einander helfen könnten. So sind wir dann losgefahren. Zu Beginn versuchte er ein paar Sachen am Auto aus, konnte aber nichts verbessern. Mit etwas Erfahrung wie ich das Auto am besten fahren muss und je nach Strassenzustand konnte ich bis zu 40 km/h fahren. Zum Teil, starb aber auch der Motor ab, oder ich kam nur noch im Schritttempo voran.
Aber, und dafür bin ich sehr dankbar, nach über 15 Stunden durch die Nacht, zum Teil bei Regen, zum Teil bei wunderbarem Sternenhimmel, entlang von Buschfeuern, … bin ich mit Auto und Anhänger in Nhulunbuy angekommen. Es war auf den letzten 480 km ein echtes Abenteuer, das aber gut geendet hat! Ich bin zur Überraschung Aller, sogar früher als geplant angekommen. 🙂
So konnte ich am nächsten Tag wie geplant meine Familie in Empfang nehmen! 🙂
übrigens:
Beim Auto wurde als erste Massnahme der Dieselfilter gewechselt. Bis jetzt scheint dies das Problem gelöst zu haben. 🙂 Richtig bestätigen (oder eben nicht) wird sich das jedoch vermutlich erst nach einer Weile oder wenn wir das erste Mal wieder etwas ans Limit gehen werden. Wäre natürlich toll, wenn es nur das gewesen ist!






















