Vom 12. bis 19. Oktober haben wir im Rahmen der Ausbildung eine Flugsafari nach Arnhemland gemacht. Ein anderer Flugschüler, seine Ehefrau, ein Fluglehrer und ich sind mit zwei Flugzeugen (Cessna 172) nach Arnhemland und wieder zurück geflogen.
Am Donnerstag, 12. Oktober sind wir morgens in Mareeba gestartet und haben die ersten 500km von ca. 3250km in Angriff genommen. An diesem ersten Tag sind wir via einem Tankstopp in Normanton nach Karumba geflogen. Karumba liegt am Golf von Carpentaria und ist für seinen Fischfang bekannt. So haben wir uns Fish and Chips zum Nachtessen nicht entgehen lassen.
Am Freitag stand die nächste Etappe von Karumba via einem Mittagshalt in Domadgee nach Borroloola auf dem Programm. Die Stationen haben wir so geplant, dass wir immer genügend AVGAS (Flugbenzin) im Tank haben. Macht ja Sinn, oder? 😉 Da die Winde gut waren, haben wir auf einen zusätzlichen Tankstopp in Burketown verzichtet. Es gehört auch zur Ausbildung, dass man nicht immer beliebig viel Benzin als Marge mitführen kann. Oftmals ist es ein Abwägen zwischen geladener Last (Passagiere und Fracht) und Treibstoff an Board. Von Domadgee nach Borroloola war die Marge minimal und es war deshalb umso wichtiger den Treibstoffverbrauch gut zu beobachten um frühzeitig zu entscheiden, ob wir nach Borroloola fliegen können oder allenfalls umkehren müssen. Ein grosses Buschfeuer unterwegs (eigentlich nichts besonderes) und der damit verbundene Rauch hat das ganze noch etwas erschwert. Ich habe mich entschieden den Rauch etwas zu umfliegen während das andere Flugzeug höher gestiegen ist und den Rauch überflogen hat. Beide Varianten haben schliesslich zum Ziel geführt. Wir haben beide Borroloola mit etwas Marge und vor allem mit der gesetzlich vorgeschriebenen Reserve im Tank erreicht. Das heisst auch wenn wir die Marge aufgebraucht hätten, wäre uns der Treibstoff noch nicht sofort ausgegangen. Es ist vorgeschrieben immer mindestens 45 Minuten Reservetreibstoff mitzuführen um in Notfällen oder Unvorhergesehenem eben eine Reserve zu haben. Hat man diese 45 Minuten nach einer Landung jedoch nicht mehr im Tank gibt es einiges an Papierarbeit zu erledigen. Das heisst, auch wenn ich von wenig Marge schreibe, hatten wir mindestens noch zusätzliche 45 Minuten Treibstoff an Board, womit wir, falls wir in Borroloola beispielsweise wegen dichtem Rauch nicht hätten Landen können, auf einem andern Airstrip sicher landen hätten können. Am Limit heisst also in diesem Falle noch nicht nahe am Absturz! 🙂
Am Samstag hiess es um 5 Uhr aufstehen um die Etappe nach Arnhemland in Angriff zu nehmen. Das Ziel war vor dem Mittag dort zu sein, damit unser Fluglehrer am Nachmittag noch Piloten unterrichten konnte. Dank relativ gutem Wetter bin ich um 10.39 Uhr auf dem Gove Airport gelandet.
Die nächsten drei Tage haben wir in Gove (Arnhemland) verbracht. Sehr interessant für mich war, dass ich zweimal mit einem MAF-Piloten auf einen Flug mitgehen konnte. Ich hatte somit die Möglichkeit, einen Einblick zu erhalten, was mich etwa erwarten wird, falls ich nächstes Jahr auch dort im Einsatz sein werde. Aber bevor es soweit ist, gilt es noch ein paar Prüfungen zu bestehen. 🙂
Ich habe in dieser kurzen Zeit einen Einblick erhalten, dass die Arbeit von MAF wirklich notwendig ist. Speziell das erste besuchte Homeland (Aboriginal Siedlung) zeigte, dass die Ureinwohner auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Die Distanzen ohne Flugzeug sind einfach fast unüberwindbar. MAF ist seit über 40 Jahren für die Aborigines im Einsatz und fliegt zurzeit mit 13 Flugzeugen täglich verschiedenste Einsätze.
Am Mittwoch sind wir dann wieder aufgebrochen um den Rückweg nach Mareeba in Angriff zu nehmen. Infolge des schlechteren Wetters mussten wir ein paar Anpassungen unserer Flugroute vornehmen. Müde, aber dankbar sind wir nach einer ereignisreichen Woche am Freitagmittag wieder in Mareeba gelandet. Es war für mich fliegerisch sehr interessant, toll einen Einblick in das Programm in Arnhemland zu erhalten und nicht zu Letzt war die Natur mit dieser Weite, den Flüssen und Farben sehr beeindruckend.
Diese Flugsafari wird sicher als ein, wenn nicht das Highlight, meiner Ausbildung in Erinnerung bleiben!
